SsingSsing

Minyo-Rock-Band „SsingSsing“

Mit koreanischen traditionellen Volksliedern (Minyo) und schamanistischer Ritualmusik überschreitet „SsingSsing“ die Identitätsgrenzen der Gesellschaften und Kulturen.

Samstag _ 13. 5. 2017 _ 21:00 Uhr _ Club
Spieldauer: ca. 90 Min

Eintritt: 15 €

„SsingSsing“ ist eine Musikgruppe, die auf Tausende Jahre alte koreanische Lieder auf exzentrische Art und Weise zurückgreift, dann völlig unterschiedliche Elemente zusammenschweißt: Rockmusik und den typischen, oszillierenden Gesang koreanischer Volkslieder, Elemente aus Balladen, Popmusik, aber auch schamanistische Rituale.

Vocal: Hee-Moon Lee (Lead-Vocal), Da-Hye Chu, Seung-Tae Shin
Bass: Young-Gyu Jang / E-Gitarre: Tae-Won Lee / Drum: Chul-Hee Lee

SsingSsing wurde von dem Bassisten YOUNG-GYU JANG gegründet, der seit über 25 Jahren in Korea als Komponist bzw. Musiker die Kulturszene prägt. 2016 bekam er den 1. Musikpreis des „Blue Dragon Award“, den bekanntesten Filmpreis in Korea („The Wailing“, Mystery-Thriller, 2016). Seit 1991 ist er als Komponist bzw. musikalischer Direktor der international renomierten Eun Me Ahn Dance Company tätig. Die Band „UhUhBoo Project“, die er 1993 mit Hyun-Jin Beck gegründet hat, gilt als „Godfather“ der jungen koreanischen Underground Bands. Auch Pina Bausch benutzte viele Lieder von ihm bzw. UhUhBoo Project für ihre Tanzstücke.
Nach langjähriger Beschäftigung mit der koreanischen traditionellen Musik betrieb er 2008-2014 mit sieben traditionellen Musikern zusammen die Projektgruppe „BeBeing“, die mit eigenen Konzerten und Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern international erfolgreich war. Seine Haltung gegenüber der koreanischen traditionellen Musik war dabei gut zu spüren: Er folgt nicht ausschließlich deren Traditionen, sondern hält Abstand und findet neue Möglichkeiten. Er sagte: „Ich benutze das Wort Gukak (koreanische traditionelle Musik) nicht. Was ich mache, ist nur Musik

Bekannt ist die Band auch wegen ihres extravaganten visuellen Stils und der Bühnenmanieren mit Transgender-Merkmalen. Was die Lead-Stimme, HEE-MOON LEE dazu sagte:

„In der traditionellen koreanischen Kunst brauchen die männlichen Schamanen, genannt ‚Baksu‘, obwohl sie einen männlichen Körper haben, als Medien mehr als eine einzige sexuelle Identität, weil in ihrem Körper männliche und weibliche Geister immer ein und aus gehen sollten. Wenn ich eine weibliche Figur spiele und singe, über meine Identität als männlicher Sänger hinaus, versuche ich mein Bestes, ein neutraleres Unisex-Gemüt für die Performance zu bringen. Es kann lustig klingen, aber ich glaube, die Empfindung in meiner Jugend, dass mir Madonna gut gefallen hat, hilft mir auch beim Singen. Sie ist die Mutter aller sexuellen Minderheiten, aller Gender, nicht wahr? [Gelächter] Als mein Lehrer, der Meister Pansori-Sänger Chun-Hee Lee (bezeichnet als Inhaber des Wichtigen immateriellen Kulturerbes No.57) meine Performance „VERMISCHT“ gesehen hat, hat er gescherzt, dass er dachte, Leslie Cheung aus dem Film „Lebewohl, meine Konkubine“ (1993) sei wieder zum Leben zurückgekehrt.“